Was ist eigentlich IPTV und welche Hürden gibt es? // Von VDSL bis HDTV

An dieser Stelle möchte ich einmal zwei verschiedene IPTV Angebote von der Telekom und Vodafone vergleichen und schauen, wo die Unterschiede liegen und welche Vorteile das jeweilige Paket bietet.

Was ist eigentlich IPTV?

Doch erst einmal muss man, meiner Meinung nach, klären, was überhaupt unter IPTV verstanden wird und welche Vorteile es überhaupt bietet. Wie der Name bereits vermuten lässt, handelt es sich um eine auf dem Internetanschluss basierende Möglichkeit Fernsehen zu gucken. Ein großer Vorteil dieser Variante besteht unter anderem darin, dass (theoretisch) unendlich viele Sender und Inhalte angeboten werden können, ohne dass dadurch Frequenzen blockiert oder teure Lizenzen erworben werden müssten. Ebenso ist die Empfangsqualität in den meisten Fällen deutlich besser, da die Inhalte digital übertragen werden und dadurch deutlich weniger Bildfehler entstehen. Aufgrund der meist höheren Bandbreite kann außerdem eine generell höhere Bild- und Tonqualität gewährleistet werden. Hier gibt es jedoch bereits die erste negative Seite am IPTV: Es wird zwingend eine schnelle Internetleitung benötigt, wenn HD-Inhalte empfangen werden sollen. Besonders in vielen ländlichen Regionen ist dies noch nicht der Fall und die Nutzung von IPTV ist somit nicht möglich. Um herauszufinden, ob der eigene Internetanschluss über die entsprechende Bandbreite verfügt, bieten Vodafone und die Telekom entsprechende Möglichkeiten an dies zu überprüfen. Auch andere Anbieter verfügen in der Regel über die Möglichkeit die theoretisch vorhandene Anschlussgeschwindigkeit überprüfen zu können.

Ein weiterer Pluspunkt des Internet Protocol Television ist die Möglichkeit aktiv in das Geschehen auf dem Bildschirm eingreifen zu können. So wäre es zum Beispiel möglich, dass Nutzer bei Quizsendungen mit Hilfe der Fernbedienung auf die gestellten Fragen antworten können und kleine Preise gewinnen können. Dies ist jedoch in den meisten Fällen noch Zukunftsmusik.

Vodafone TV

Wer auf der Suche nach einem günstigen IPTV-Angebot ist, sollte sich den Tarif “Vodafone TV” genauer anschauen, da hier bereits zu zehn Euro monatlich über 50 reguläre TV Sender und zwölf kostenlose HD Sender empfangen werden können. Ebenfalls stehen in der digitalen Bibliothek Tausende Filme und Serien auf Abruf bereit -übrigens ein weiterer Vorteil. Zeitversetztes Fernsehen ist dank des Festplattenreceivers ebenfalls kein Problem und gehört meiner Meinung nach zum Digitalen-Standard. Problematisch wird es jedoch, wenn man kein Kunde bei Vodafone ist und seinen DSL Anschluss bei einem anderen Anbieter hat, da der DSL-Anschluss ebenfalls von Vodafone sein muss. Dies ist sehr schade, da so der eingangs erwähnte Preis von zehn Euro monatlich nicht ganz korrekt ist.

Inklusive DSL Anschluss 16.000 von Vodafone kostet der Tarif monatlich 34,95 € und beinhaltet, abgesehen vom IPTV-Angebot, noch einen kostenloses WLAN-Modem und eine deutschlandweite Festnetz-Flatrate. Ebenfalls inklusive ist das “Vodafone TV Center”. Bei diesem Gerät handelt es sich um einen HD-Receiver mit digitalem Videorekorder und Timeshift-Funktion im Wert von 299 €. Wie alle anderen Tarif auch hat das Vodafone DSL plus TV Paket eine Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten und bietet die Möglichkeit über verschiedene Senderpakete die Programmvielfalt zu erweitern. Diese Kosten im Schnitt fünf bis 15 € und beinhalten mehrere Sender und bereichern das Programm um bestimmte Themengebiete wie zum Beispiel Dokumentationen, Zeichentrickfilme oder aktuelle Blockbuster.

Telekom Entertain Premium

Ähnlich aufgebaut wie das Angebot von Vodafone ist der Telekom Tarif Entertain Premium. Jedoch werden hier pro Monat 49,95 € fällig und nicht 34,95 €. Dafür erhält der Neukunde aber auch 70 TV Sender in normaler Qualität und sehen so genannte Premium-TV-Sender. Der Zugriff auf das TV Archiv ist, genau wie zeitversetztes Fernsehen und der 24 Stunden Vor-Ort-Service, kostenlos möglich. Der Tarif beinhaltet ebenfalls einen DSL 16.000 Anschluss und eine Festnetz Flatrate, mit der es unbegrenzt und kostenlos möglich ist ins deutsche Festnetz zu telefonieren. Gespräche ins Mobilfunknetz kosten 19 Cent. Die Kündigungsfrist beträgt, wie bei den meisten anderen Tarifen auch, einen Monat, bei einer Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten. Wer noch bis zum 30.9.2011 bestellt erhält zudem in den ersten zwölf Monaten einen Rabatt in Höhe von fünf Euro auf jede monatliche Rechnung.

Auch bei der Telekom ist es nicht möglich das IPTV-Angebot getrennt von dem DSL-Anschluss Angebot zu nutzen. Wer also seinen Internetanschluss bei einem anderen Anbieter hat, hat keine andere Möglichkeit als diesen zu kündigen und zu der Telekom zu wechseln. Auf der anderen Seite bietet die Telekom die Möglichkeit für zuzüglich zehn Euro monatlich die Internetverbindung auf VDSL 50 upzugraden. Mit einem derartigen Anschluss ist es möglich mit einer theoretischen Geschwindigkeit von 50 Mbit/s im Internet zu Surfen und verschiedene HDTV-Inhalte parallel aufzunehmen und zu empfangen. Schade ist jedoch, dass der HD-Receiver für fünf Euro monatlich gemietet werden muss und nicht im Anschlusspreis enthalten ist.

Fazit: Wer ein entsprechendes Fernsehgerät besitzt und bereits Kunde bei einem der beiden Anbieter ist, sollte überlegen in Zukunft auf IPTV umzusteigen, da hier definitiv die Zukunft des Fernsehens liegt. Das größte Problem ist jedoch, dass in ländlichen Regionen keine ausreichende Bandbreite zur Verfügung steht, um IPTV nutzen zu können. Doch in den kommenden Jahren wird sich die Bandbreite auf dem Land durch LTE und andere Übertragungsarten deutlich verbessern. Schade finde ich jedoch, dass die Angebote verschiedener Anbieter nicht kombiniert werden können. Dadurch ist man gleich komplett an einen Anbieter gebunden und kann nicht von den unterschiedlichen Vorteilen profitieren. In diesem Fall wäre es zum Beispiel der deutlich schnellere VDSL-Anschluss der Telekom und der preiswerte HD-Receiver von Vodafone.

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